Re: Rhetorik in der Pseudowissenschaft - das 2. Standbein, neben der üblichen Zensur


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Geschrieben von Elmar aus Bielefeld am 12. Februar 2003 20:58:04:

Als Antwort auf: Rhetorik in der Pseudowissenschaft - das 2. Standbein, neben der üblichen Zensur geschrieben von Günter Dantrimont am 12. Februar 2003 20:24:48:

Hallo Günter, du auch hier?

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat Gabi hier extra deinetwegen was in den Forenheader geschrieben?

Bist du denn jemand SO Wichtiges? ;-)

>>Mir fiel eben nur auf, dass hier eine Aussage der Theorie, die Friebe (wie ich es verstehe) widerlegt haben will, schon mal falsch wiedergegeben ist.
>>Das ist halt nach meiner Meinung eine ungünstige Ausgangssituation um zu argumentieren.

>Aber nicht aus rhetorischer Sicht! Eine der ältesten und noch immer
>erfolgreichsten rhetorischen Techniken besteht darin, dem argumentativen
>Gegner etwas zu unterstellen, was dieser garnicht behauptet hat, was aber
>recht absurd ist, dieses absurde dann zu widerlegen (sollte dann ja nicht
>schwer sein) und dann so zu tun, als hätte man nun den Gegner argumentativ
>widerlegt.

Das ist also das, wenn man sowas mit Absicht macht. Ich kenne Friebe nicht und will hier jetzt nicht über dessen Absichten spekulieren.

>Wem es nicht um Erkenntnis, sondern um Überzeugung leicht überzeugbarer
>Massen geht, der liegt mit solchen Methoden praktisch immer auf der erfolgreichen
>Seite. Sozusagen ein 'Meme', das sich gut verbreitet.

Das passt nun gar nicht zumindest zu solchen Leuten (von denen ich mehrere kennengelernt habe), die unheimlich viel Energie darauf verwenden, ihre Alternativ-Physiken (oder wie soll man das nennen), die überall solche Fehldarstellungen der etablierten Physik enthielten, nun ausgerechnet ständig Physikprofessoren zu präsentieren.
Dass die damit nichts anfangen können ist doch sonnenklar. Wenn die zum Beispiel gar nicht dazusagen, wenn sie mit einem in der Physik gängigen Wort was ganz anderes meinen.
Meistens sind diese Theorien aber für Nichtfachleute gar nicht irgendwie ansprechend.

Wir hatten damals so einen Kauz ständig vor der Mensa stehen, mit einem Transparent gegen die Relativitätstheorie, der hat nie ein Wort geredet. Über den Inhalt der Manuskripte, die er verteilte, haben wir Physiker immer beim Essen herzlich gelacht - und die Nichtphysiker hat's überhaupt nicht interessiert.

Solche, die sich ganz gezielt an Nichtwissenschaftler richten und ganz bewusst darauf abzielen, dass für Fachleute eben alles ganz leicht erkennbar Blödsinn ist, dies den Nichtfachleuten aber nur schwer erklärbar ist, die gibt's natürlich auch.
Wahrscheinlich jetzt im Zeitalter des Internet mehr denn je.

Gruß, Elmar





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